Wider das Vergessen Gedenken der Bücherverbrennung

Zum alljährlichen Gedenken der Bücherverbrennung 1933 lud das KAIFU auch dieses Jahr zum Lesemarathon ein.

Am Donnerstag, den 21. Mai, von 11:00 bis 15:00 Uhr wurde am Mahnmal im Park an der Isebek aus damals verbrannter Literatur gelesen.

Die eröffnenden Worte von Herrn Dr. Wendt und Herrn Wolter rückten den Anlass lebhaft ins Bewusstsein und stellten ihn in seinen schrecklichen Kontext. So erinnerte etwa Herr Wolter an den Appell Peggy Parnass’, die noch vor wenigen Jahren am gleichen Ort forderte: „Wir müssen den Holocaust täglich in uns selbst überwinden.“ – Ganz im Gegensatz zu gegenwärtigen Bestrebungen von rechts außen, die vermeintlich so hemmende Last der Schuld abschütteln zu wollen. „Lesen wir gegen diese Geschichtsvergessenheit an“, ermutigte Arne Wolter alle Beitragenden und das taten sie. Schüler:innen des KAIFU, der Ida-Ehre-Schule sowie des Emilie-Wüstenfeld-Gymnasiums leisteten musikalische, darstellende und umfangreiche und zum Teil sehr bewegende Lesebeiträge. Besonders eindrücklich waren u. a. die Beträge der Schüler:innen unserer Internationalen Vorbereitungsklasse. Diese Kinder sind aus den unterschiedlichsten Gründen nach Hamburg gekommen. Krieg ist einer davon.

Der Lesemarathon machte erfahrbar, dass das Lesen in diesen alten und doch so traurig aktuellen Büchern ein probates Mittel sein kann, um den subversiven Kräften einer von Desinformation und Aggressivität geprägten medialen Gegenwart zu begegnen. So kam auch unsere Gastrednerin, Carola Veit, Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, in ihrem einleitenden Beitrag zu dem Schluss, Medienkompetenz sei die inzwischen wohl wichtigste aller Kompetenzen, die es heute zu erlernen gelte. Dazu gehört ein kritischer und diskursiver Umgang mit Informationskanälen ebenso wie der freie Zugang zur Literatur.